Das Punkmusical „Green Day’s American Idiot“ im Prinzregententheater

Einfach perfekt: Das Punkmusical „Green Day’s American Idiot“ im Prinzregententheater

Naturgemäß ist der (noch lange?) amtierende US-Präsident auch dabei. Zu Beginn von „American Idiot“ flimmert er überlebensgroß über die Bühne des Prinzregententheaters. Bald steht ihm sein früherer Kollege Bush junior zur Seite, dann folgen aufgebrachte Menschenmassen, doch bald haben die mittlerweile aufgetauchten, lebendigen Jungs und Mädels die Schnauze voll und bekämpfen ihren und unseren Frust durch Tanz, Gesang, Drama.

Regisseur Johannes Reitmeier (im Hauptberuf Intendant des Tiroler Landestheaters in Innsbruck, dort läuft das Stück in Kürze auch) hält sich erfreulicherweise mit allzu plakativem, naheliegendem Amerika-Bashing zurück und verzichtet auch sonst auf viele einschlägige Musical-Klischees.

Nie nachlassender Drive

Nein, es gibt keine schwule Liebesgeschichte (aber immerhin ein recht transiges Zwischenwesen), es wackeln nicht Hintern und Hüften nur um des Wackelns willen, es fehlt anbiedernder Liebeskitsch.

Stattdessen gibt es einen brillant gemachten, von Stefanie Erb perfekt choreografierten Neunzigminüter mit raschen Szenenwechseln und nie nachlassendem Drive. Textvorlage und Musik stammen von der kultigen Punkband Green Day, die ihr 2004 erschienenes Album ein paar Jahre später zum – sehr erfolgreichen – Musical hochrüsten ließ.

Wir folgen drei Jungs in der Provinz mit ihren Scheinträumen im Drogenrausch und echten Hoffnungen auf Liebe, Glück, Zukunft. Mal triste, mal wilde Partys wechseln mit beat-grundierter Melancholie, aus den Charts bekannte Ohrwürmer („Boulevard of Broken Dreams“, „Jesus of Suburbia“) werden durch knisternd kraftvolle Zwischenklänge geschickt miteinander verbunden.

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