Dennis Rodman wird 60 – Basketball-Bad-Boy, Diktator-Freund und Defensiv-Monster

Alles Gute, Dennis! Auch Bad Boys werden älter

So präsent Dennis Rodman unter dem Korb war, so präsent waren auch seine Eskapaden neben dem Basketball-Court. Auch nach seiner Karriere hat der Paradiesvogel weiter viele Schlagzeilen geschrieben – am Donnerstag feiert “The Menace” seinen 60. Geburtstag.

Ein Leben voller Eskapaden

Den roten Schal, den blauen Pelz und die große, schwarze Sonnenbrille legt Dennis Rodman noch schnell ab, bevor er sichtlich berührt die Bühne betritt. “Ich könnte jetzt überall sein. Ich könnte tot sein, ich könnte ein Drogendealer sein, ich könnte obdachlos sein”, sagt Rodman 2011. Doch er war ganz woanders. Er war in Springfield, Massachusetts, bei seiner eigenen Aufnahmezeremonie – in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame.

Sportlich über jeden Zweifel erhaben, bleibt einer der besten Verteidiger und Rebounder der Geschichte den meisten vor allem durch seine Eskapaden neben dem Court im Gedächtnis. Auch nach seiner Karriere war der Paradiesvogel gut darin, Aufmerksamkeit zu erregen. 2013 besuchte er unter medialem Getöse Nordkoreas Diktator Kim Jong-un, bezeichnete ihn damals als “Freund fürs Leben”. Trotz heftiger Kritik bereiste er Nordkorea später im Jahr noch einmal.

Unter dem Korb ist er eine Macht

Sportliche Schlagzeilen produzierte der 2,01 Meter große Athlet vor allem zwischen 1989 und 1998, als er zweimal mit den Detroit Pistons und danach dreimal mit den Chicago Bulls an der Seite von Michael Jordan NBA-Champion wurde. 1986 an 27. Stelle von den Pistons gedraftet, entwickelte sich Rodman zu einem regelrechtem Monster unter dem Korb. Sieben Jahre in Folge führte er die Liga bei den Rebounds an.

Doch so präsent er unter dem Korb agierte, so präsent waren auch die Eskapaden in seinem Leben. Rodman, dessen unzählige Piercings und Tattoos sein Markenzeichen wurden, verpasste Trainingscamps, wurde mit einer geladenen Waffe in seinem Auto angetroffen, hatte eine Affäre mit Superstar Madonna, spielte in Filmen mit und sagte Sätze wie: “Ich bin größer als der Basketball. Ich bin sogar berühmter als das Spiel.” Anwandlungen, die nicht immer gut bei seinen Mitspielern und Trainern ankamen.

Rekordsaison – nebenbei Sex- und Drogenpartys

Dennoch klopften die Bulls 1995 bei Rodman an. Für Trainer Phil Jackson war nicht wichtig, was der “Bad Boy” abseits des Platzes macht, sondern nur, was er auf dem Court für das Team gibt. Zusammen mit Superstar Jordan und Scottie Pippen bildete Rodman ein Trio, dem niemand das Wasser reichen konnte. Die Bulls gewannen drei Meisterschaften in Folge und waren die erste Franchise, die in einer Saison die 70-Siege-Marke knackte. Und das alles, obwohl Rodman nebenbei feuchtfröhliche Drogen- und Sexpartys feierte. Nicht zuletzt die Doku “The Last Dance” gewährte Einblick in diese verrückte Zeit.

Viel ist zu erzählen über diesen Mann, der alles andere war als ein Vorzeigesportler. Dennoch bleibt bei all den Entgleisungen hängen, dass er auf dem Platz vor allem eins war: Ein leidenschaftlicher Kämpfer, der das Defense- und Reboundspiel auf ein neues Level hob.

Abgesehen von seinen Korea-Ausflügen fiel Rodman in den letzten Jahren vor allem wegen Verkehrsdelikten auf. Positive Schlagzeilen schreibt dafür seine Tochter Trinity, die in der US-Fußball-Profiliga NWSL in diesem Jahr an zweiter Stelle gedraftet wurde und zur jüngsten Torschützin der Geschichte in der NWLS avancierte. Bleibt nur zu hoffen, dass Trinity sich vor allem am sportlichen Schaffen ihres Vaters orientiert.

MSC/SID





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