Die strukturelle Schieflage verhindern

Das Düsseldorfer Großkonzert findet vorerst nicht statt, die Konzerthäuser fordern von der Politik mehr Flexibilität

Bryan Adams, Sarah Connor und The BossHoss treten vorerst nicht in Düsseldorf auf. Das ursprünglich für den 4. September geplante Großkonzert mit bis zu 13 000 Zuschauern im Fußballstadion soll in den Spätherbst verschoben werden.

„Trotz eines überzeugenden Hygiene- und Schutzkonzepts“ hätten sich die Organisatoren angesichts steigender Infektionszahlen und drohender Beschränkungen zu diesem Schritt veranlasst gesehen, teilte der Veranstalter Marek Lieberberg mit. Den mehr als 7000 Fans, die bereits Tickets erworben hätten, werde nun das Eintrittsgeld zurückerstattet.

Vor gut zwei Wochen hatten Land, Stadt sowie Veranstalter in einer Erklärung noch mitgeteilt, dass man das Konzert vom aktuellen Infektionsgeschehen abhängig mache. „Ein Abrücken hiervon war durch Bedenken der Landesregierung deutlich geworden“, teilte Lieberbergs Firma Livenation gestern mit: „Die gegensätzlichen Positionen ließen sich nicht überbrücken.“ Lieberberg ergänzte: „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass unser Maßnahmen-Katalog Fans, Künstlern und Mitarbeitern umfassenden Schutz bietet.“ Die aktuelle Atmosphäre verhindere aber einen Konsens. Einen neuen Termin nannten die Veranstalter nicht.

Mehr Augenmaß wagen

Für breites Unverständnis sorgt weiter die starre Sitzplatzbeschränkung in großen Konzertsälen. „Es ist schwer zu vermitteln, dass in einem Konzerthaus in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel 1000 Plätze belegt werden können, während in Bayern die Theater und Konzertsäle – unabhängig von der Platzkapazität – nur maximal 200 Besucher einlassen dürfen und in Baden-Württemberg bis maximal 500 Besuchern Einlass gewährt wird“, sagt Benedikt Stampa, der Sprecher der Deutschen Konzerthauskonferenz.

Diese Ungleichbehandlung führe zu einer strukturellen Schieflage innerhalb der deutschen Konzertlandschaft und sei wirtschaftlich wie künstlerisch höchst problematisch, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Konzerthauskonferenz, des Bühnenvereins, der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und der Generalmusikdirektorenkonferenz.

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