Erst durch den Tod der Mutter finden sie sich: Schwestern nach 31 Jahren endlich vereint

Bei den Beerdigungsvorbereitungen finden die Schwester eine mysteriöse Geburtsurkunde

Für die Schwestern Jessica und Ines sind es turbulente Zeiten: Erst stirbt ihre Mutter im Alter von nur 59 Jahren und dann finden sie bei den Vorbereitungen für die Beerdigung plötzlich die Geburtsurkunde eines Mädchens, das den gleichen Nachnamen trägt wie sie selbst. Die Frauen sind sich sicher: Das ist unsere unbekannte Schwester! Sofort starten sie eine Suchaktion im Internet. Doch nach wenigen Tagen muss Jessica ihrer Schwester Ines etwa beichten. Warum sich die Frauen am Ende weinend in den Armen liegen, sehen Sie im Video.

Unbekannte Schwester wurde zur Adoption freigegeben

Jessica ist 17 Jahre alt, als sie durch Zufall erfährt, dass sie eine weitere Schwester hat, von der sie gar nichts wusste. “Damals musste ich als junges Mädchen meinen Personalausweis beantragen und habe meine Mutter angerufen, weil ich meine Geburtsurkunde brauchte”, erzählt Jessica im Interview mit RTL. “Dabei habe ich dann eine [andere] Geburtsurkunde gefunden und habe meine Mutter zur Rede gestellt. Ich habe sie gefragt, wer ist das.” Unter Tränen erzählt die Mutter Jessica dann, dass sie noch eine Schwester hat, die allerdings schon früh zur Adoption freigegeben wurde.

Jessica verdrängt alles

Damals ist Jessica überfordert mit der Situation und lässt das Thema ruhen. “Wahrscheinlich habe ich es verdrängt”, sagt sie und fügt hinzu: “Ich war erst 17 Jahre alt- da begreift man das noch nicht.” Zudem hat selbst Jessicas Mutter keinerlei Anhaltspunkte, wo ihr zur Adoption freigegebenen Kind lebt, wie sie heißt oder wie es ihr geht. Sie ist überzeugt, das Kind nicht wiederfinden zu können. Jessica bohrt nicht weiter nach und lässt das Thema ruhen.

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Dann die Wendung: der Tod der Mutter

Erst als Jessicas und Ines Mutter Anfang Juli 2021 verstirbt, gerät das Rätsel um ihre unbekannte Schwester erneut in den Mittelpunkt ihres Lebens. “Wir brauchten für die Beerdigung Unterlagen. Da haben wir im Arbeitszimmer im Stammbuch eine Geburtsurkunde von einer Janina Schneiderat gefunden”, schildert Ines die Situation. Außerdem entdecken sie noch zwei Fotos eines dunkelhäutigen Mädchens. Für die Frauen steht fest: Das muss unsere unbekannte Schwester sein. “Es war ein schönes Gefühl, noch ein Puzzleteil gefunden zu haben”, erinnert sich Jessica.

Suchaufruf bei Social Media

In den sozialen Netzwerken starten sie daraufhin eine große Suchaktion “Bitte helft uns!”, schreiben sie und hoffen darauf, dass irgendwer ihre Schwester kennt. “Unsere Schwester Janina Schneiderat wurde am 02.06.1990 im Sana Klinikum Berlin Lichtenberg geboren. […] Es gibt zwar eine Urkunde von unserer Schwester, aber wir wissen auch, dass unsere Schwester einen komplett neuen Namen trägt!” Sie fügen zwei Fotos hinzu und der Post verbreitet sich rasant schnell.

Ines und Jessica haben viele Fragen: Wie geht es ihrer Schwester? Wie sieht sie aus? Welchen Beruf hat sie? Ist sie verheiratet? Wo lebt sie? “Ich möchte wissen, wie es ihr ergangen ist all die Jahre”, erklärt Ines. “Sie ist ein Teil von uns und ich möchte, dass wir zusammen sind.”

Schwestern wieder vereint

Ein alter Schulkamerade der unbekannten Schwester sieht den Post und meldet sich bei Jessica, die daraufhin sofort ein Treffen mit der Unbekannten vereinbart. Und tatsächlich: Die Unbekannte ist ihre Schwester. Auch sie ist überglücklich über den plötzlichen Familienzuwachs, möchte aber nicht in die Öffentlichkeit mit ihrer Geschichte. “Wir wollten gar nicht voneinander loslassen, am liebsten hätten wir uns aneinander geklebt”, beschreibt Jessica den Moment des Wiedersehens. Nachdem Jessica nun wusste, die “richtige Schwester” gefunden zu haben, weiht sie auch Ines ein, die sofort in Tränen ausbricht.

Ein paar Tage wollen sie ihrer neuen Schwester jetzt noch Zeit geben, um alles zu verarbeiten, danach ist dann ein gemeinsames Wiedersehen geplant. Endlich, nach 31 Jahren, sind alle Schwestern vereint. (cbe)



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