Foodwatch-Studie zu Junkfood: So ködern Social-Media-Stars unsere Kinder

Enorme Reichweiten, die sich Lebensmittelkonzerne zu Nutze machen

Youtuber Laser Luca stellt seine eigene Pizza vor und verteilt diese an hunderte kreischende Fans. Über 1,5 Millionen Mal wird das Video auf Youtube geklickt. Die Youtuber Julia Beautx und Jonas Ems sind umringt von Milka-Schokoladetafeln: 230.000 Klicks. Enorme Reichweiten, die sich Lebensmittelkonzerne zu Nutze machen. Denn immer mehr Social-Media-Stars machen Werbung für Junkfood und vermarkten zuckrige Getränke, fettige Snacks und Süßigkeiten gezielt an Kinder. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Foodwatch.

"Coca-Cola, Mc Donald's & Co. sabotieren die Bemühungen vieler Eltern"

Coca-Cola, McDonald’s, Mondelez oder Coppenrath & Wiese. Unternehmen, die durch gezielte Online-Marketing-Strategien und durch die Kooperation mit Influencern, Millionen junge Menschen erreichen. Und genau das ist das Problem. Denn Influencer sind für Kinder und Jugendliche heute ihre größten Vorbilder. Sie genießen eine hohe Glaubwürdigkeit und haben großen Einfluss auf Kaufentscheidungen. Eine Studie der Marktforschungsagentur M-Science kommt etwa zu dem Ergebnis, dass sich 11- bis 15-Jährige ihren Online-Stars “vollstes Vertrauen” entgegenbringen.

Foodwatch kritisiert, dass die Industrie an der elterlichen Kontrolle vorbei Fehlernährung und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen fördert. Mehrere tausend Posts, Stories und Videos von Social-Media-Stars hat Foodwatch im Jahr 2020 über einen Zeitraum von mehreren Wochen untersucht. “Coca-Cola, McDonald’s & Co. sabotieren die Bemühungen vieler Eltern, ihre Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Jeder fünfte Todesfall in Deutschland ist auf ungesunde Ernährung zurückzuführen”, sagt Luise Molling von Foodwatch in einer offiziellen Pressemitteilung.

Fünfzehn Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig

Die weltweit häufigsten Todesursachen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Typ-2-Diabetes. Krankheiten, die von ungesunder Ernährung stark begünstigt werden. Umso wichtiger ist es, dass bereits Kinder über die schädigenden Wirkungen von Süßigkeiten und Fast Food aufgeklärt werden. Denn bislang essen Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren gerade Mal halb so viel Obst und Gemüse, wie es eigentlich empfohlen wird. Dafür aber mehr als doppelt so viele Süßwaren oder Snacks wie empfohlen. Das belegen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Aktuell gelten etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland als übergewichtig und sechs Prozent sogar als fettleibig.

Foodwatch fordert nun, Kindermarketing für ungesunde Produkte stark zu regulieren. Sowohl in den sozialen Medien, im Fernsehen oder im Supermarkt. Auch der Wissenschaftliche Beirat des Bundesernährungsministeriums empfiehlt in seinem Gutachten vom Juni 2020 ein “Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für Produkte mit hohem Zuckeranteil”.

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