Kommentar: Corona-Aus für den klassischen Handschlag? Bitte nicht!

Arbeitskreis für Umgangsformen hat schlechte Neuigkeiten

von Lauren Ramoser

Laut einer Umfrage des “Arbeitskreis Umgangsformen International” ist der Handschlag als klassische Begrüßungsform angezählt. Schon vor der Corona-Pandemie sei der Alleskönner der deutschen Begrüßungen immer unbeliebter geworden. Doch droht ihm jetzt das Aus? Unsere Redakteurin hofft auf ein Revival.

Statt Handschlag künftig lieber steifes Zunicken? Nein Danke!

Seit fast eineinhalb Jahren begrüßen wir uns fast nur noch über Winken in Kameras. Dabei bietet die deutsche Kultur eine Vielzahl an tollen Begrüßungen: Ein knappes Lächeln und Nicken, ein steifes Zuwinken, der im Knigge definierte Handschlag mit all seinen Ausprägungen und seit Corona auch noch der mittlerweile etablierte Ellbogen-Drücker. Umarmungen gehen natürlich auch, fallen hierzulande aber häufig einarmig und eher steif aus.

Und auch an Verabschiedungen stehen uns viele tolle Möglichkeiten zur Verfügung. Etwa ein gleichzeitiges auf die Oberschenkel klatschen in Kombination mit einem knappen “So!”, ein Klopfen auf den Tisch zusammen mit “Ich pack’s dann mal!”, das steife Zuwinken geht natürlich auch. Wer es lieber professionell möchte, nutzt auch hier den Handschlag. Doch kommt der überhaupt wieder, wenn die Hygienemaßnahmen gelockert werden?

Ich freue mich auf jeden feuchten Händedruck!

Die meisten Varianten sind seit Beginn der Pandemie nicht mehr möglich, das Infektionsrisiko ist schlicht zu hoch. Nun wächst die Hoffnung, dass mit immer mehr Geimpften auch das normale Leben wieder Einzug hält – und mit ihm unser alter Freund, der Handschlag. Doch nicht alle freuen sich darauf. Meine Kollegin Valentina hofft, dass der oftmals viel zu feuchte Händedruck einfach mit den anderen Maßnahmen der Versenkung verschwindet.

Ich sehe das anders. Nach über einem Jahr sehne ich mich danach, wieder ganz nah an meinen Mitmenschen dran zu sein. Egal ob schwitziger Handschlag, ungelenke Umarmung, High five oder was uns noch so einfällt – ich bin dabei. Ich sehne mich nach Interaktion, nach engem Beieinandersitzen, tanzen in der Menge, eng gerückt im Bus stehen, selbst ein semi-freundliches Anrempeln im Supermarkt fehlt mir.

Wer mich also in den kommenden Monaten trifft (und sollten es die Hygienemaßnahmen zulassen): bitte unbedingt die Hand geben – egal wie nass der Handschlag wird. Schließlich müssen wir uns an die emotionalen Begrüßungen alle erst ganz langsam wieder herantasten.



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