"Ninja Warrior Germany": "Turnbeutelvergesser" überragt beim "4-Nationen-Special"

  • Das „Ninja Warrior Germany – 4-Nationen-Special“ (RTL) wird zur bestmöglichen Werbung für den rasanten Action-Sport.
  • Zugleich wird der internationale Wettkampf zum Schauplatz einer großen Revanche.
  • Der Überflieger der Veranstaltung erinnert Frank Buschmann an einen „Turnbeutelvergesser“.

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Katar? Pfff. Die Welt blickt nach Köln-Ossendorf! Zumindest die der Ninja-Sport-Interessierten. Dort wird das „Ninja Warrior Germany – 4-Nationen-Special“ (RTL) zur bestmöglichen Werbung für den rasanten Action-Sport und zum Schauplatz einer großen Revanche und eines Generationenkonfliktes …

Vier Teams mit je sieben Top-Athleten aus den USA, Australien, Israel und von Gastgeber Deutschland. Die geballte Ninja-Power, die internationale Crème de la Crème der Parcours-Wusler. Angetreten, um nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause zum insgesamt dritten Mal im Länder-Vierkampf den internationalen Team-Champion zu küren. Da erwartet Moderator Frank „Buschi“ Buschmann nicht weniger als „Ninja-Sport in Perfektion“.

Und nichts weniger zeigen die insgesamt 20 Wettkämpfer und 8 Wettkämpferinnen. Geht’s nach Buschi, gibt’s sogar noch mehr zu bewundern: „Meine Damen und Herren, schauen Sie genau hin: Das ist der Ninja-Sport der nächsten fünf bis zehn Jahre.“

„Turnbeutelvergesser“ wird zum Star des Vierkampfs

Was Buschmann in dieses feierliche Schwärmen treibt? Der erst 18-jährige US-Youngster Jay Lewis. „Dat is ne Kanone“, jubelt Buschi, als der Teenie seinen ersten Lauf gewinnt. „Sieht aus wie ein Turnbeutelvergesser und fliegt hier den Kamin hoch! Wahnsinn, der Bursche.“ Als Lewis dann auch in seinem zweiten Lauf siegt (was ansonsten niemandem gelang), wurde Buschmann andächtig: „Das ist die Zukunft des Ninja-Sports.

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„Es passte dramaturgisch ganz gut, dass der 1,63 Meter große Student Lewis dann in seinem dritten Einsatz für die USA, immerhin als Titelverteidiger angetreten, alles gut werden ließ. Er bezwang den Mount Midoriyama, das 32 Meter hohe Monster aus Stahl. 48 Sekunden brauchte er. 18 zu viel, um bei einer regulären Ninja-Warrior-Staffel die pralle Siegbörse abzuräumen, aber eine Wahnsinns-Performance allemal. Dann stand er da oben, erstmals überhaupt außerhalb seines Heimatlandes, und seine Augen leuchteten wie Discokugeln im Spotlight: „Ein Traum wird für mich wahr“, meinte er, beinahe so ergriffen wie Buschmann.

Sladjan Djulabic wird zum tragischen Helden

Stage vier des Ländervergleichs wird im Mount-Duell nur zweier Athleten entschieden. Und wenn es einen Sieger gibt, muss es einen Verlierer geben. Der heißt – für Team Deutschland startend – Sladjan Djulabic. Der ist als Ninja der Gegenentwurf zum US-Boy: Sladi ist 33 Jahre alt, ein NWG-Routinier, ein Ninja-Wegbereiter, ein Veteran, der nicht umsonst „Mr. Bizeps“ genannt wird und hinter dem sich der eher zierlich-drahtige Lewis fast verstecken könnte.

Sladi wird von Teamkapitän René Casselly, dem ersten und amtierenden deutschen Ninja Warrior, an den Mount geschickt. Das ist auch als Hommage an Sladi und seine Leistungen zu sehen. Sladi gibt alles, kämpft sich fast spielerisch leicht durch den Kamin und fulminant die Himmelsleiter empor. Die Tour de Force, er nimmt mehrmals zwei Sprossen auf einmal, trübt den Blick: Er verliert sein linkes Stangenende aus den Augen.

Moderator Jan Köppen nicht: „Er muss aufpassen, dass er nicht rausrutscht!“, mahnt er. Er behält leider recht: Sladi verkantet erst und stürzt beim Korrekturversuch ab. „Oh, das hab ich nicht gesehen“, ist er nach Ansicht der Zeitlupe untröstlich.

„Killer-Küken“ bieten „Ninja-Sport der Zukunft“

Team Deutschland schafft die Revanche für die Niederlage 2019 also nicht. Bis zum Mount-Showdown aber bietet die Super-Crew eine unfassbar starke und dominante Vorstellung. Neben Teamkapitän Casselly (25) und Mount-Mann und „NWG-Allstars“-Zweiter Djulabic starten mit Steffi Edelmann (29) und Arleen Schüßler (30) zwei ehemalige deutsche Last Women Standing (LWS), dazu gesellen sich der amtierende „NWG-Allstars“-Sieger Lukas Kilian (29), Marvin Mitterhuber (28), Dritter der gerade beendeten siebten NWG-Staffel und last but not least Max Görner, der gerade frisch gekürte Last Man Standing Deutschlands.

In den Vierkämpfen der ersten beiden Runden sammeln die deutschen Ninjas mit fast maschineller Präzision Punkte. Görner, Kilian, Mitterhuber und Casselly gewinnen jeweils einen Lauf. Görner, mit gerade mal 19 genauso ein „Killer-Küken“ wie Lewis auf der US-Seite, finisht auch seinen zweiten Lauf. Mitterhuber schlägt im direkten Vergleich den australischen Last Man Standing (LMS) von 2021, Zak Stolz, eines seiner eigenen großen Ninja-Vorbilder. Casselly, der Kapitän, startet nur einmal, aber wie: Nur ihm gelingt es, die Mega-Wall zu bezwingen. Da hat selbst US-Ninja R.J. Roman, viermaliger „American Ninja“-Finalist, keine Chance.

Kampf der Titaninnen: Edelmann und Schüßler liefern ab

Auch die deutschen Ladys ließen sich nicht lumpen. Schüßler übertrumpfte die viermalige amerikanische LWS Jesse Lapreck (32), musste sich nur der fünfmaligen australischen Ninja-Legende und fünfmaligen LWS Olivia Vivian (32) beugen. Edelmann fehlten ein paar Sekunden, um US-Girl Barclay Stockett (27), die Weltrekordlerin an der „unendlichen Himmelseiter“ (28 Sprossen), zu schlagen.

Es wird eine exzellente Werbung für den Sport, gespickt mit atemberaubenden Momenten. Etwa, als „Aussie“-Kapitän Zak Stolz am Stangenflug gleich zweimal den „Connectberger“ macht – also ohne Zwischenschwünge direkt weiterspringt. US-Kapitän Austin Gray schockt alle, als er, dreimaliger „American Ninja Warrior“-Finalist, sich an den querliegenden Kegeln verschätzt, falsch abspringt und dann mit dem Kopf voraus auf die Landematte prallt. Aber alles okay, signalisiert er, nur: „Das war total dumm.“

Australiens erster Ninja Warrior scheidet aus

Als nach zwei Runden Israel (mit dem Mount-Bezwinger Yogev Malka als Kapitän) mit den wenigsten Punkten ausscheidet, führt Deutschland souverän. Der Vorsprung schmilzt ein wenig in der dritten Runde. Nach der scheiden die „Aussies“ aus, das kann auch Ben Polson, der erste australische Ninja Warrior (2020), nicht verhindern. Team Deutschland und die US-Crew (die aufaddiert auf 26 Finalteilnahmen bei „American Ninja Warrior“ kommt), ziehen ins Finale ein.

Und der geneigte Fan fragt sich: Was wäre wohl passiert, wenn Max Görner gegen Jay Lewis zum „Kampf der Killer-Küken“ am Mount angetreten wäre? Aber, erstens: Nix gegen Sladi, der hat voll gerockt. Und zweitens, nach Frank Buschmann: „Das Leben ist kein Konjunktiv.“  © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Ninja Warrior Germany": "Final-Küken" schlägt tragischen Helden

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