Onlinehändler sagen Verpackungsmüll den Kampf an

Online shoppen mit Mehrwegverpackungen

13.500 Mehrwegtüten kommen im August in den Umlauf – damit sollen vor allem Textilien innerhalb Deutschlands verschickt werden. Hinter der Idee stecken die Unternehmen Tchibo, Otto und der Avocadostore, einer der führenden Internethändler für nachhaltige Mode. “Wir hoffen weiter wertvolle Ressourcen – wie Plastik und Karton – einzusparen. Und unsere Kunden mitzunehmen auf dem Weg zu einem ökologischen Versandhandel. Wir alle tragen eine gemeinsame Verantwortung für die Welt, in der wir heute und morgen leben”, erzählt Sandra Coy von der Tchibo GmbH.

So funktioniert der Mehrwegversand

Kunden können die nachhaltigere Option beim Kauf gegen einen Aufpreis wählen und so Verpackungsmaterial einsparen. Die Versandtaschen bestehen aus recyceltem Kunststoff und können nach Erhalt in Briefgröße zusammengefaltet, unfrankiert in den nächsten Briefkasten geworfen werden. “Dadurch ist die Tasche ca. 20 Mal öfter im Umlauf als eine Einwegtüte, die sonst für den Versand von Textilien genutzt wird. Die Firma RePack übernimmt für Tchibo die Rückführungslogistik, den Reinigungs- und Aufbereitungsservice – außer bei Retouren. Diese gehen direkt an uns zurück”, so Sanda Coy.

Nachhaltige Einkaufslösung

Jährlich werden in Deutschland etwa 800.000 Tonnen Versandverpackungen aus Papier, Pappe, Karton oder Kunststoff verbraucht. “Wenn es im Handel so weitergeht, knacken wir in vier Jahren die Eine-Million-Tonnen-Marke für Versandverpackungsmüll. Das ist viel zu viel”, so Sandra Coy von der Tchibo GmbH. Das norddeutsche Unternehmen ist daher auf die Idee gekommen, den Verpackungsmüll zu reduzieren und Ressourcen zu sparen. “Unsere derzeitig eingesetzten Versandtüten sind zwar bereits aus mindestens 80% recyceltem Material und mit dem Blauen Engel zertifiziert, dennoch müssen wir hier einen Schritt weiter gehen”.

Mehrwegversand startet als Testphase

Die neue Versandform ist zunächst ein dreijähriges Testprojekt und läuft im Rahmen des Forschungsprojekts praxPACK. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und vom Hamburger Institut für Ökologie und Politik koordiniert. Wie die Verbreitung von kreislauffähigen Verpackungen funktioniert, soll in den Ergebnissen Anfang 2022 präsentiert werden.

Nachhaltigkeit

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