Oscars 2021: Favoriten, Live-Ticker, TV, Moderation & Co. – Alles rund um die Oscar-Nacht im Überblick

Die 93. Oscar-Verleihung – ein bisschen anders als sonst durch die Corona-Pandemie

Stell dir vor, die Oscars werden verliehen und keiner geht hin! Nein, ganz so krass wird es nicht kommen. Aber, so viel ist klar, die 93. Academy Awards werden in kleinerem Rahmen verliehen als noch im letzten Jahr, als Hollywoods Top-Stars sich gegenseitig und den Kameraleuten auf dem äußerst rummeligen Roten Teppich ganz nah kamen, in ihren Gala-Outfits traut nebeneinander fieberten, wer von ihnen den Goldjungen mit nach Hause nehmen darf und sich anschließend Lust und Frust auf den Oscar-Partys von der Seele tranken. Ein bisschen anders wird das schon, aber auf jeden Fall trotzdem glamourös. Hey, es sind schließlich die Oscars! Die prestigeträchtigste Preisverleihung der Filmbranche. Wir verraten Ihnen hier, was Sie über die 93. Oscars wissen müssen.

Wann werden die Oscars 2021 verliehen? Datum und Uhrzeit der 93. Academy Awards

In der Nacht vom 25. auf den 26. April findet die 93. Verleihung der Academy Awards, wie die Oscars ganz “offiziell” heißen, statt. Um 17 Uhr Pacific Time am 25.4., durch die Zeitverschiebung für uns hier in Mitteleuropa Montag, 26.4. ab 2 Uhr morgens.

Im Video: So werden die Oscars 2021 gefeiert

Wo werden die Oscars 2021 verliehen?

Eine große Feier mit allen Nominierten und zahlreichen Gästen aus Film und Showbiz, wie sie 2020 im Dolby-Theatre stattfand, ist bei den Oscars 2021 natürlich undenkbar. Stattdessen läuft die Oscar-Show dieses Jahr auf mehreren Bühnen, die aus verschiedenen Orten rund um den Globus zugeschaltet werden, etwa aus New York oder aus London. Das Ganze soll an einen Film erinnern. Zentraler Ort ist Union Station in Los Angeles, ein historischer Bahnhof, der gerade aufwändig restauriert wurde. Ein Teil der Show soll auch im Dolby Theatre stattfinden. Wie man hört, werden alle Gäste nach einer verpflichtenden Quarantäne drei Mal getestet und müssen sich Fieber messen lassen.

Wird es bei den Oscars 2021 einen Roten Teppich geben?

Ja, es soll sogar einen Roten Teppich geben bei den Oscars, den der TV-Sender ABC zu einer Pre-Show zusammenfasst: “Oscars: Into the Spotlight”. “Aber ein ganz kleiner”, wie Stacey Sher betont. Die Filmproduzentin ist zusammen mit Steven Soderbergh und Jesse Collins für die Show verantwortlich ist. Alles natürlich mit Abstand, weniger Kameras und vor allem ohne Zuschauer. Der Bereich um Union Station wird großzügig abgesperrt, um Menschenansammlungen zu verhindern. Also nicht ganz so wie im Vorjahr, als sich die sichtlich irritierte Billie Eilish bei ihren ersten Oscars ein Bad im Gewusel über den Roten Teppich schob.

Wer moderiert die Oscars 2021? Das sind die Laudatoren der Oscar-Gala

Die 93. Oscar-Verleihung muss ohne Gastgeber auskommen – aber das kennen wir ja schon, seit Kevin Harts Ausfälle dafür sorgten, dass die Oscar-Verleihung 2019 ohne Moderator dastand. Den Part übernehmen wie zuletzt verschiedene Stars, die jeweils eine Kategorie anmoderieren und gleichzeitig als Laudatoren fungieren. Dabei sind die Schauspieler Brad Pitt, Reese Witherspoon, Harrison Ford, Halle Berry, Joaquin Phoenix, Renée Zellweger, Zendaya, Don Cheadle, Angela Bassett, Bryan Cranston, Laura Dern, Regina King, Marlee Matlin, Rita Moreno sowie “Parasite”-Regisseur Bong Joon-ho, der letztes Jahr mit seinen zahlreichen enthusiastischen Dankesreden das Publikum begeisterte.

Welche Oscar-Chancen haben deutschsprachige Produktionen?

Für Deutschland wurde Julia von Heinz Antifa-Drama “Und morgen die ganze Welt” (hier unsere Filmbesprechung) als bester nicht-englischsprachiger Film ins Rennen geschickt, schaffte es aber nicht auf die Shortlist: Der Film ist nicht in der engeren Wahl der fünf Hoffnungsträger in dieser Kategorie. Auch Nachswuchstalent Helena Zengel (“Systemsprenger”), die neben Tom Hanks in “Neues aus der Welt” eine Hauptrolle spielte und sich Hoffnungen auf einen Golden Globe machen durfte, wurde nicht für einen Oscar nominiert. Aber es sind Deutsche beteiligt am Film “The Man who sold his Skin”, der für Tunesien ins Rennen geht um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film und an dem Drama “Quo vadis, Aida?” der für Bosnien-Herzegowina startet und an der Doku “Kollektiv – Korruption tötet”, der in gleich zwei Kategorien nominiert ist: Beste Dokumentation und bester fremdsprachiger Film.

Was ist anders dieses Jahr?

Natürlich machen die ganzen Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen wegen der Pandemie die Show anders, als wir sie aus den letzten Jahren kennen: Denn im Februar 2020 dachte noch niemand daran, wie sehr Masken unseren Alltag bestimmen würden. 2021 dürfen die frisch getesteten Moderatoren und Nominierten vor der Kamera ohne Maske unterwegs sein, weil die Aufzeichnung wie eine Filmproduktion bewertet wird. In den Pausen herrscht aber wohl Maskenpflicht. Mal schauen, ob wir das überhaupt zu sehen bekommen.

Natürlich werden wir während der Show auch die fünf Titel zu hören und zu sehen bekommen, die in der Kategorie Bester Filmsong ins Rennen gehen. Allerdings werden die nicht live performt, sondern vorab aufgezeichnet. Wie wir alle wissen, ist der Aerosol-Ausstoß beim Singen ja besonders gefährlich. Neu ist auch ein Highlights-Zusammenschnitt, der nach der Show ausgestrahlt wird. Hier lesen Sie alles über die neuen Oscar-Specials.

Und es sind nur noch 23 Kategorien, in denen man einen Oscar ergattern kann und nicht mehr 24. Denn die Kategorien Ton und Tonschnitt wurden zusammengelegt. Den Menschen, die eh nie genau wussten, was der Unterschied zwischen der Oscar-Kategorie Ton (Tonmischung) und der Oscar-Kategorie Tonschnitt (Tongestaltung) ist, dürfte das ziemlich egal sein. Aber für die potenziellen Preisträger ist es natürlich blöd, dass das alles in einen Topf geworfen wird und sich ihre Gewinnchancen halbiert haben.

Gibt es Gäste bei der Show und welche Stars kommen zu den 93. Oscars?

Nur die Nominierten selbst und ihre persönlichen Gäste – US-Medien sprechen von nur einer Begleitperson – dürfen bei der Oscar-Zeremonie anwesend sein, ja, sie sollen es sogar. Denn auf Dankesreden per Video-Schalte wie bei den Golden Globes will die Academy lieber verzichten. Ein bisschen Glamour soll’s schon sein.

Apropos Glamour: Hier finden Sie nochmal unsere komplette Berichterstattung über die Oscars 2020: Die tollsten Roben, die hübschesten Paare, die Überraschungssieger.

Wer sind die Favoriten der 93. Oscars?

Tja, selten war das Rennen so offen: Mit zehn Nominierungen führt David Finchers “Mank” das Feld an, ging aber bei den Golden Globes komplett leer aus. Und erinnern wir uns an die Oscars 2020: Da ging Todd Philips’ “Joker” mit elf Nominierungen ins Rennen und staubte gerade mal zwei Goldjungen ab. Sieger der Herzen und des Abends war hingegen “Parasite” mit vier Oscars. Da sollten wir auch “Minari” oder “Nomadland” auf dem Zettel haben, auch wenn sie “nur” sechs mal nominiert sind.

Hier finden Sie nochmal eine Kurz-Übersicht mit allen Oscar-Nominierten 2021.

Warum sollten mich die Oscars interessieren? Ist das nicht furchtbar langweilig dieses Jahr?

Come on, wir können doch alle etwas Abwechslung gebrauchen in diesem zweiten Corona-Jahr. Da freut es uns auch zu erfahren, welche Filme und welche Mitwirkenden die Juroren der Academy dieses Jahr am meisten überzeugt haben. Vielleicht gewinnt ja in einer Kategorie einer der wenigen Filme, die wir im Kino gesehen haben, weil sie entweder vor dem ersten Lockdown gestartet sind oder zwischen dem ersten und dem zweiten in ein richtiges Kino kamen – wie die Jane-Austen-Verfilmung “Emma” (guten Chancen in den Kategorien Kostüm und Haare & Make-up) oder Christopher Nolans “Tenet” (nominiert in den Kategorien Ausstattung und Visuelle Effekte). Oder weil wir sie gestreamt haben:

LESE-TIPP: Diese Oscar-Filme können Sie streamen

Und wenn wir den besten Film des Jahres noch nicht kennen: Wir freuen uns doch immer über Streaming-Tipps für die kommenden Abende mit Ausgangssperre – oder für die Zeit danach, die hoffentlich bald kommt. In der wir bei zaghaften Öffnungen vielleicht frisch getestet mit Abstand doch wieder im Kino sitzen können. Hach, man wird ja wohl noch hoffen dürfen.





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