Prinz Charles hält Gedenkrede im Bundestag zum Teil auf Deutsch

Am Volkstrauertag in Berlin

Royaler Besuch in der deutschen Hauptstadt: Am Sonntag (15. November) hat Prinz Charles (72) die Gedenkrede zum Volkstrauertag im deutschen Bundestag gehalten. Zunächst hörten der 72-jährige britische Thronfolger und seine Ehefrau, Herzogin Camilla (73), der Ansprache von Wolfgang Schneiderhan (74), Präsident des Volksbundes, sowie jungen Rednern der Jugendprojekte “Peace Line” und “Never Such Innocence” zu. Für die musikalische Umrahmung sorgten das Streicher-Ensemble Furiant Quartet sowie das Musikkorps der Bundeswehr Siegburg mit Sopranistin Kathleen Ziegner. Danach trat der Prinz von Wales ans Rednerpult.

Prinz Charles beginnt seine Rede auf Deutsch

“Sehr geehrter Herr Bundespräsident”, begann der Thronfolger seine Ansprache auf Deutsch. “Es ist mir eine große Ehre, eingeladen worden zu sein und bei diesem Anlass heute zu sprechen.” Es ginge ihm an diesem Tag darum, die “starken Bände zwischen unseren beiden Ländern zu erneuern”. Der Prinz erinnerte sich an seinen ersten Berlin-Besuch vor über 50 Jahren. Inzwischen hat er Deutschland mehr als 30 Mal besucht.

In seiner Rede wechselte Prinz Charles immer wieder zwischen Deutsch und Englisch, schwärmte von den deutsch-britischen Beziehungen und betonte, wie sehr beide Länder einander in Wissenschaft, Musik und Kunst inspiriert hätten. Beide hätten maßgeblich voneinander profitiert und das Verhältnis beider Nationen sei immer “mehr als nur ein geschäftliches” gewesen. “Die zentralen Bande zwischen uns werden stark bleiben. Wir werden immer Partner und Verbündete sein.”

“Wir müssen wachsam bleiben”

Prinz Charles erinnerte zudem an die Versöhnung zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich nach dem Zweiten Weltkrieg und betonte, dass beide Länder 75 Jahre nach Ende des Krieges “als unberechenbare Partner in fast allen Bereichen” zusammenstünden. Versöhnung sei immer ein schwieriger, aber unverzichtbarer Prozess. So dankbar man für das Erreichte sein könne, sollte man es jedoch “nicht als Selbstverständlichkeit erachten”, mahnte der Thronfolger.

Vor allem in Anbetracht des bevorstehenden “Brexit” sei es dem Prinzen ein großes Anliegen, dass das Vereinigte Königreich und Deutschland auch in Zukunft als enge Partner zusammenarbeiten, auch wenn die Beziehung zwischen beiden Ländern sich aufs Neue ändere. “Wir müssen zusammenarbeiten. Wir müssen wachsam bleiben und uns unermüdlich für gegenseitiges Verständnis und gegenseitigen Respekt einsetzen.” Der 72-Jährige sagte: “Gemeinsam sind wir eine unverzichtbare Kraft für das Gute in der Welt.” Im Anschluss folgte eine kurze Ansprache des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (64) sowie eine Gedenkminute.

Franz-Walter Steinmeier besuchte 2018 Denkmal in London

Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der britischen Königsfamilie an der deutschen Gedenkfeier teilnimmt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte vor zwei Jahren als erstes deutsches Staatsoberhaupt am britischen Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs (11. November) am Ehrenmal in London einen Kranz mit der Inschrift “Dankbar für Versöhnung, hoffnungsvoll für eine Zukunft in Frieden und Freundschaft” niedergelegt.

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