Testpflicht für Reiserückkehrer: Zweifel an Umsetzbarkeit bis Ostern! Das sagt RTL-Reise-Experte Ralf Benkö dazu

Reiserückkehrer sollen zwangsgetestet werden

Für Reiserückkehrer, die im Ausland waren, soll eine generelle Corona-Testpflicht vor dem Rückflug nach Deutschland eingeführt werden, so der Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Länderchefs am Dienstag. Ermöglicht werden soll diese Maßnahme durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Nur so soll demnach die Einreise nach Deutschland überhaupt erst möglich werden. Ist eine Umsetzung kurz vor den Osterreisetagen überhaupt noch realistisch? Unser Reise-Experte Ralf Benkö gibt eine Einschätzung.

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Wer zahlt die Test? Wie ist die Rechtslage?

Der Plan, Reiserückkehrer aus Nichtrisiko-Gebieten wie Mallorca vor dem Rückflug zwangstesten zu lassen, sei nicht wirklich einfach umzusetzen, wie sich immer mehr zeigt. Das ist die Einschätzung von RTL-Reise-Experte Ralf Benkö: “Noch gibt es viele offene Fragen, zum Beispiel: Wer zahlt die Tests? Vermutlich die Urlauber, ist anzunehmen, weil der Staat die Kosten kaum kritiklos übernehmen könnte, weil er ja von solchen Reisen abrät. Und auch die Airlines stehen so schon finanziell unter Druck”, sagt Benkö.

Bund und Länder wollen, dass sowohl Passagiere und Crew-Mitglieder einen Corona-Test vor einem Rückflug nach Deutschland machen – auch aus Ländern, die aktuell kein Risikogebiet sind. Wie das genau stattfinden soll, wissen die Airlines aber auch noch nicht. “Lufthansa und Eurowings werden mit ihren Partnern in der Reisewirtschaft und den Testlaboren zügig die nächsten Schritte planen”, teilten die beiden Fluggesellschaften mit.

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Rechtslage bei Corona-Pflichttests ist noch schwierig

Es gibt aber nicht nur die Fragen ums Geld, sondern auch die Rechtslage ist unklar. “Offen ist, ob es bis zum Wochenende, wenn die Tests auf Mallorca starten sollen, schon eine Rechtsgrundlage dafür gibt. Sonst müssten die Airlines sich auf den Beschluss der Regierung beziehen, mit dem Risiko, dass den Passagieren das nicht ausreicht und dass das juristische Folgen haben könnte”, erklärt Benkö.

“Fraglich ist auch, ob wirklich alle Airlines dazu bereit sind, auf freiwilliger Basis solche Tests durchzuführen und einzufordern. Sollten einzelne Airlines das nicht mitmachen, würde es Schlupflöcher geben. Und eigentlich müssten dann auch Rückkehrer aus anderen Nichtrisiko-Gebieten wie Istrien in Kroatien oder Teilen Portugals getestet werden. Derzeit sieht es so aus, als ob man zunächst mit Mallorca starten möchte.”
Benkö weiter: “Es wäre aus meiner Sicht sehr wichtig, hier recht schnell für Klarheit zu sorgen, worauf sich Urlauber und Airlines hier nun genau einstellen müssen, sonst könnte das zu Missverständnissen und Problemen führen.”

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Weitere Details entscheiden Ministerium und Airlines am 25. März

Neue Information aus dem Bundesverkehrsministerium dazu wird es am Donnerstag, dem 25. März, geben. Bei einer Runde zwischen dem Ministerium und den Airlines sollen offene Fragen für die Einführung der Testpflicht geklärt werden. Das Bundesministerium für Gesundheit soll ebenfalls involviert sein.

Airlines überlegen, ob auch Tests am Vortag der Abreise möglich sind, damit es genügend Zeit gibt, nach einem positiven Schnelltest noch zeitnah einen PCR-Test machen zu können, um das Schnelltest-Ergebnis zu überprüfen. So würden Reisende die Chance bekommen, bei einem negativen PCR-Test doch noch ihren Rückflug anzutreten.

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