Wie kann ich an Weihnachten möglichst risikoarm meine Familie besuchen?

Weihnachten im Kreis der Lieben: Wie kann man das Corona-Risiko klein halten?

“Eine Pandemie kennt keine Feiertage.” So begründete Kanzlerin Merkel während der ersten Welle im Frühjahr ihren Appell an die Bürger, an Ostern von Familienfeierlichkeiten abzusehen. Damals hielten sich viele daran und die Infektionskurve flachte bis zum Sommer ab. Nun befinden wir uns in der zweiten Welle. Dem Infektionsgeschehen würde es sicherlich guttun, wenn wir erneut so konsequent wie im Frühjahr handeln würden. Nur: Diesmal handelt es sich nicht um Ostern, sondern um das Weihnachtsfest, auf das wir verzichten müssten. Der Gedanke, diese besinnlichen Tage nicht mit der Familie verbringen zu können, ist für viele kaum vorstellbar. Welche Möglichkeiten gibt es, möglichst risikoarm mit der Familie zusammenzukommen? Beziehungsweise: Gibt es die überhaupt? Das sagen Experten dazu.

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Vorquarantäne

Bereits im Oktober empfahl Virologe Christian Drosten, sich vor Treffen mit Freunden und Verwandten freiwillig in Vorquarantäne zu begeben. Optimalerweise sollte diese eine Woche vor dem Besuch bei den Verwandten begonnen werden, sagte er im Interview mit der “Zeit”. Epidemiologe Timo Ulrichs rät im Gespräch mit RTL sogar zu einer 14-tägigen Vorquarantäne – besonders wenn Opa und Oma auf der Gästeliste stehen. Nur: Wer in den Tagen vor Weihnachten noch arbeiten muss und keine Möglichkeit hat, sich ins Homeoffice zu begeben, für den wird das leider nicht machbar sein.

Corona-Tests

Wenn ich wirklich sichergehen will, nicht infiziert zu sein: Könnte ich dann nicht ab dem 18. Dezember in Quarantäne gehen und am 23. Dezember noch einen Antigen-Schnelltest machen? Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, mahnt dazu, sich nicht in zu großer Sicherheit zu wähnen. “Selbst, wenn der Test negativ ist – gerade im Bezug auf das Stichwort: Kontakt mit Senioren – kann ich nicht sicher sein, dass ich es nicht doch habe.” Gerade zu Beginn einer Infektion seien die Ergebnisse der Schnelltests nicht zuverlässig genug, so der Experte.

Auch vor Tests, die im Internet angeboten werden, warnt der Arzt: “Das ist rausgeschmissenes Geld!”, so Dr. Zinn. “Diese Tests haben eine so schlechte Sensitivität oder Spezifität, sodass man wirklich nur davon abraten kann.”

Nur ein PCR-Test gebe wirklich eine sichere Auskunft über das Vorhandensein einer Infektion, so der Experte. Allerdings sollten Sie beachten, dass auch ein solcher Test immer nur eine Wasserstandsmeldung ist und keine Auskunft darüber gibt, ob Sie sich nach der Testung noch infiziert haben.

AHA + L-Regeln einhalten

1,50 m Abstand zu den Verwandten einhalten, ständig lüften, Masken tragen – und das während einer Familienfeier? Das Infektionsrisiko der Beteiligten würde das sicherlich senken. Dass dies bei all der Wiedersehensfreude und den winterlichen Temperaturen wirklich von vielen umgesetzt wird, scheint jedoch unrealistisch.

LESE-TIPP: Trotz Kälte richtig Lüften: Darauf müssen Sie achten!

Familienkreis so klein wie möglich halten

Der Epidemiologe Timo Ulrichs rät dazu, den Kreis der Feiernden an Weihnachten so klein wie möglich zu halten. Größere Zusammenkünfte, wie etwa in Kirchen, sollte man jedoch nach Möglichkeit meiden. “Es kann auch sein, dass wir ganz auf Gottesdienste verzichten müssen. Jedenfalls in der Art und Weise, wie wir sie bisher gekannt haben”, so der Experte.

Video-Playlist: Alles, was Sie jetzt über das Coronavirus wissen müssen

Neue TVNOW-Doku: Corona – die 2. Welle

Wie konnte es zu den vielen Corona-Erkrankten und dann zum Teil-Lockdown kommen? Mit aufwendigen Experimenten ergründen wir das in der neuen Doku “Corona – Die 2. Welle” – ab sofort auf TVNOW.

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