Der Country-Superstar im GALA-Interview

Viele Künstler haben die Coronapandemie genutzt, um an persönlichen Projekten zu arbeiten. So auch Sänger und Songwriter Thomas Rhett, 31, der im vergangenen Jahr ein Doppelalbum produzierte. Im Interview mit GALA spricht der Country-Star über seine neue Platte, seine Inspiration und das Leben und Arbeiten während des Lockdowns.

GALA: Sie haben Ihr neues Album „Country Again“ inmitten einer globalen Pandemie mit einhergehendem Lockdown geschrieben und produziert. Wie war dieser Prozess für Sie?
Thomas Rhett: Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich wirklich Zeit dafür hatte. Meine bisherigen Platten entstanden immer während unserer Tour. Wir touren von März bis Oktober, haben dann etwas Zeit um Weihnachten rum und starten dann wieder im Februar oder März. Wir waren also inmitten der Proben zur neuen Tour, als die Pandemie begann. Es war etwas sehr Ungewohntes für mich. Ich bin es gewohnt, alles gleichzeitig zu machen: singen, schreiben, Live-Auftritte spielen. Zum ersten Mal in zehn Jahren hatte ich Zeit meine Gedanken zu sammeln und  kreative Ideen zu entwickeln, anstatt auf Teufel komm raus Songs zu schreiben. Meinen Co-Autoren ging es tatsächlich genauso. Wir hatten einfach Zeit, zusammenzusitzen und gemeinsame Dinge zu entwickeln. Als es an das Aufnehmen des Albums ging, kam ich eben nicht mit einer angespannten Stimme von der Tour – es war so gesund! Ich glaube, wenn man Künstler:innen mehr Zeit gibt, fließt der Kreativprozess besser und es entstehen großartige Dinge. Man hat mehr Kontrolle über das endgültige Produkt, anstatt einfach nur eine Deadline einzuhalten. Es gab nämlich keine. Wir konnten so lange dran rumwerkeln, bis es sich richtig anfühlte. So kamen wir auch zu dem Doppel-Album.

Glauben Sie, dass Sie einen emotionaleren Bezug zu diesem Album haben, als zu den vorherigen?
Ja, ich werde für immer einen sehr sentimentalen Platz für das Album haben! Vor allem, wenn ich in zehn Jahren zurückblicke, werde ich mich genau erinnern können, wo wir die Lieder geschrieben haben, was ich durchlebte, meine Familie durchlebte, eigentlich die ganze Welt durchlebte. Es ist eine Platte, die ich aufgrund von viel Wachstum in einem Leben gemacht habe. Ich mag es nicht, stillzusitzen. Ich bin immer auf dem Sprung. Meine Ehefrau ist gut darin, runterzufahren und nun war ich gezwungen, genau das zu tun. Und ich hatte noch nie so viel Zeit mit meiner Familie. Früher war ich nur ein paar Tage in der Woche zu Hause, nun waren es 15 Monate am Stück. Ich denke, man arbeitet und schreibt dadurch automatisch anders. Man geht in keine Bars, sieht keine Fans. Es ist nur du und das Zuhause. Viele Songs entstanden also aus purer Selbstreflexion. Ich wusste nicht, wann ich mir das letzte Mal so viel Zeit gegeben habe, das zu tun, was ich liebe. So entstand also das Album. Und es wird für immer einen sehr besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Also glauben Sie, dass sie für das nächste Album ebenfalls etwas runterfahren möchten?
Ja schon, aber ich bin auch bereit, endlich wieder auf der Bühne zu stehen und die Verbindung und die Reaktion der Fans zu spüren. Dieses Mal gab es niemanden, der meine Musik direkt bewertet hat, außer meinem Schwager. Es ist ein Unterschied, ob man sein neues Lied vor 20.000 Leuten spielt und alle klatschen, oder ob einem eine Person gegenüber sitzt und sagt, dass es gut ist. Für die Zukunft würde ich im Herzen also gerne etwas ruhiger bleiben, ich freue mich aber total auf den Moment, in dem eine Tour wieder möglich ist.

Gibt es einen Lieblingssong für Sie auf dem Album?
Alle sind mir sehr wichtig und haben einen besonderen Platz in meinem Herzen! Aber der letzte Track "YaHeard" ist mir besonders ans Herz gewachsen. Es ist eine Art 10-Jahres-Rückblick. Der Song blickt zurück auf mein Leben vor zehn Jahren. Was ich alles wollte: eine Frau, eine Karriere und Kinder. Ich glaube, viele Leute können sich in dem Song wiederfinden, denn wir alle stellen uns doch manchmal die Frage, ob die Dinge jemals so passieren, wie wir sie uns vorstellen. Und jetzt rückblickend kann ich sagen, dass sie manchmal nicht so laufen, wie geplant, sondern so viel besser! Deswegen hat dieser Song eine ganz besondere Bedeutung für mich.

In ihrem Song haben Sie auf die letzten zehn Jahre zurückgeschaut. Schauen wir mal in die Zukunft. Wo sehen Sie ihre Musik in zehn Jahren?
Ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem, etwas Anderem und ich versuche mich ständig als Artist und auch als Mensch weiterzuentwickeln. Ich bin immer von neuen Musikrichtungen inspiriert und ich versuche das, was ich bei anderem Artisten so liebe auf meine Musik zu übertragen. Jedes Album ist anders. Meine Lieblingskünstler:innen haben nie die gleichen Alben gemacht. Also für mich wird es sehr spannend zu sehen, was für Musik ich dann machen werden.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

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