Ein Nilpferd zur Belohnung

Es wird ziemlich viel gelacht bei diesem Gespräch, herzlich und laut. Mutter und Tochter ziehen einander gern auf, sind dann aber auch wieder ganz innig, schauen sich oft an und nehmen sich in den Arm. Ein tolles Gespann! Nachdem Judith Williams, 49, "Höhle der Löwen"- Star und Kosmetik-Unternehmerin, vor drei Jahren bei "Let’s Dance" übers Parkett fegte, macht jetzt ihre jüngste Tochter Angelina, 11, bei der Kinderversion "Let’s Dance Kids" (TVNOW, ab 9. April) mit.

Angelina und Judith Williams im GALA-Interview

GALA: Angelina, worauf freust du dich am meisten bei "Let’s Dance Kids"?
Angelina Williams: Auf das Gefühl, vor der Jury zu stehen und die Punkte zu hören. Und auf die Kostüme!

Und wovor hast du Bammel?
Angelina: Ich habe ein bisschen Angst, dass ich schon in der ersten Sendung rausfliege, weil das irgendwie peinlich wäre. Etwas nervös bin ich auch, weil ich hoffe, dass ich nicht falsch tanze. Aber letztendlich geht es ja um den Spaß.

Judith Williams: Selbst, wenn du einen falschen Schritt machst – einfach immer weitermachen und so tun, als ob nichts wäre. Tanzen ist die beste Vorbereitung aufs Leben, weil man lernt, diszipliniert zu sein, eine gute Miene zu machen und wieder in den Takt zu kommen.

Du tanzt in der Show mit einem Kinder-Tanzprofi. Wie ist es für dich, einem Jungen so nah zu kommen?
Angelina: Ein bisschen komisch ist das schon, aber es ist kein Weltuntergang. (lacht) Es gibt Jungs in meiner Schule, von denen ich denke, die sind völlig daneben, aber mein Tanzpartner ist für mich eher wie ein guter Freund.

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Judith Williams ist “tanzverrückt”

Welche Rolle spielt das Tanzen in eurer Familie?
Angelina: Bisher habe ich nicht so viel Erfahrung, ich habe nur mal ein bisschen Hip-Hop gemacht. Aber meine Mutter ist tanzverrückt. Wenn beim Frühstück im Radio Musik läuft, springt sie oft auf und tanzt. Mein Vater macht auch manchmal mit. Meine Schwester und ich denken dann immer: Oh Gott, wie peinlich! Meine Mutter tut alles dafür, dass ich das Tanzen auch für mich entdecke.

Judith: Ja, und das klappt leider überhaupt nicht! Ich habe sie mit vier ins Kinderballett gebracht, da ist sie dreimal hingegangen. Dann: Streik! "Let’s Dance Kids" ist meine letzte Chance, sie fürs Tanzen zu begeistern, ich hoffe, es gelingt. Klingt jetzt sehr nach Eislaufmutter, oder?

Angelina: Meine Mutter hat gesagt: Wenn ich ein Jahr tanze, darf ich mir was wünschen.

Guter Deal, was wäre das?
Angelina: Ein Nilpferd!

Wie bitte?
Judith: Wohl eher eine Nilpferd- Patenschaft! Angie hat schon als Baby Nilpferde geliebt. Insofern würde ich mich auf eine Hippo-Patenschaft einlassen, weil die Tiere so vor dem Aussterben gerettet werden können.

Angelina: Ich hätte lieber ein Nilpferd im Garten.

Judith: Wir haben schon zwei Hunde, das reicht. Aber bei uns weiß man nie, unsere Familie ist sehr spontan und auch ein bisschen chaotisch.

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Mutter und Tochter stehen sich nahe

Welche Familienrituale haben Sie?
Angelina: Wir spielen ab und zu "Monopoly", aber das ist meist eine Katastrophe, weil meine Mutter sich nie an die Regeln hält und alle anderen ausflippen.

Judith: Also bitte, wir haben ja wohl noch andere Rituale: Ich mache immer Frühstück, mit leckeren Shakes, mit Erdnussbutter-Bananen. Papa macht Müsli mit Obst. Wir fahren jedes Jahr an den Gardasee. Wir spielen nächtelang Scopa, das ist ein italienisches Kartenspiel. Wir singen sehr viel und sehr laut.

Angelina, wo ähnelst du deiner Mutter?
Angelina: Im Aussehen.

Judith: Wir lachen gern und blödeln gern rum. Wir sind ehrgeizig. Wir sind super spontan.

Angelina: Einmal hat Mama mich um sechs Uhr früh geweckt und meinte, wir fliegen jetzt nach Barcelona. Das war mir aber echt schon zu spontan.

Judith: Wir gehen auch gern zusammen mit den Hunden. Und wir lieben Kosmetik.

Angelina: Stimmt. Also ich benutze noch keine Kosmetikprodukte, aber ich schaue sie mir gern an und rieche dran. Wir gucken auch gern Serien.

Welche denn?
Judith: "Friends" haben wir geschaut, dann "King od Queens" und jetzt gerade "Desperate Housewives".

Von Mamas Kochkünsten ist Angelina nicht überzeugt

Was nervt Sie aneinander?
Judith: Mich nervt Angelinas Unordnung: Überall sind Klamotten verstreut.

Angelina: Mich nervt, dass meine Mutter manchmal in mein Zimmer kommt, wenn ich gerade gemütlich da rumliege, und sagt, ich soll aufräumen. Mich nervt auch, dass meine Mutter denkt, sie sei eine gute Köchin, aber das ist sie nicht wirklich.

Judith: Ich glaub das nicht! (lacht)

Angelina: Mama kocht sehr gerne. Sie gibt sich sehr viel Mühe, aber das Ergebnis ist meistens nicht so gut. Deine Lasagne zum Beispiel ist komisch.

Judith: Das ist eine Protein-Lasagne, mit Nudelteig aus Linsen, nicht aus Weißmehl. Ich koche nämlich sehr gesund.

Angelina: Manchmal gibt es auch grüne Nudeln. Bäh! Letztens wollte ich mir eine heiße Schokolade machen und habe Milch aus dem Kühlschrank geholt – das war Erbsenmilch! Ekelhaft!

Und was esst ihr Mädchen statt­ dessen lieber?
Angelina: Das, was unsere Haushälterin kocht.

Judith: Also größte Begeisterung für meine Hausfrauen-Tätigkeiten. Deshalb suche ich auf Instagram jetzt Köche, die mir das Kochen beibringen.

Angelina, ist dir deine Mutter auch manchmal peinlich?
Angelina: Ja, wenn sie in Sportkleidung und mit Mütze einkaufen geht.

Judith: Im Supermarkt muss ich ja kein Abendkleid tragen. Da erlaube ich mir einen lässigen Look.

Aber sicher perfekt gestylt. Ist sie das zu Hause auch, Angelina?
Angelina: Zu Hause ist meine Mutter oft ungeschminkt und auch nicht so schick gekleidet wie im Fernsehen. Aber manchmal schminkt sie sich auch schnell noch am Frühstückstisch.

Video-Tipp: Judith Williams teilt einen sehr privaten Familienmoment

Judith Williams: “Ich bin schrecklich ehrgeizig”

Judith, können Sie als Perfektionistin auch mal alle Fünfe gerade sein lassen?
Judith: Absolut! Zum Beispiel, wenn es Pasta gibt. Ich kämpfe auch immer mit meinem Gewicht, das gebe ich ehrlich zu. Im Urlaub kann ich auch sehr gut undiszipliniert sein, nur man muss dann wieder den Absprung schaffen.

Angelina: Beim Sport ist meine Mutter auch sehr diszipliniert. Da macht sie sogar bei schweren Übungen immer mehr als nötig.

Judith: Ja, ich bin schrecklich ehrgeizig. Das liegt auch an meinem Sternzeichen, ich bin Jungfrau. Wenn ich was mache, dann mache ich es mit richtig viel Leidenschaft. Ich kann die Dinge nicht halbherzig machen.

Wie ist Ihr Erziehungsstil?
Judith: Ich habe einen sehr liebevollen Erziehungsstil. Ich möchte, dass wir uns alles sagen können. Aber ich bin auch relativ streng, vor allem in Sachen digitale Medien: Meine Kinder kriegen erst mit 15 ein Handy.

Aber wie kommuniziert Angelina denn mit ihren Freundinnen?
Angelina: Auf dem Tablet darf ich die App "Houseparty" benutzen, da kann man mit Freunden chatten.

Sie bringt ihren Töchtern Empowerment bei

Judith, Sie haben neuerdings einen Podcast über Frauen und Empowerment. Wie stärken Sie Ihre Töchter für die Zukunft?
Judith: Ich versuche, ihnen ein gutes Beispiel zu sein. Sie sollen sehen, dass man schwierige Situationen mit Mut bewältigen kann. Ich sage ihnen auch, wie wichtig gute Bildung ist und auf was sie später bei der Partnerwahl achten sollen: Ein Partner sollte aufgeklärt sein und die richtige Denkweise haben.

Woran merken Sie, dass Sie da auf einem guten Weg sind?
Judith: Angelina hat sich mal total über die Frauen in Märchen aufgeregt, weil die immer nur rumsitzen und warten, bis ein Mann kommt, der sie küsst. Das fand sie fürchterlich.

Angelina: Warum können die Prinzessinnen immer nur von Prinzen gerettet werden? Warum können sie sich nicht selbst retten?

Angelina, du hast mit sieben Jahren schon in einem Rosamunde­-Pilcher-­Film mitgespielt, jetzt "Let’s Dance Kids". Kannst du dir vorstellen, später auch beruflich in der Öffentlichkeit zu stehen?
Angelina: Ja, schon. Mir machen solche Sachen sehr viel Spaß.

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Zwei Familienmenschen

Wäre das für Sie okay, Judith?
Judith: Wenn es ihr Wunsch ist, soll sie es machen. Ein zweites Standbein wäre aber trotzdem gut.

Angelina: Mein Traumjob ist eigentlich, an der Börse zu arbeiten oder als Anwältin. Aber es gibt auch noch so viele andere interessante Jobs. Zum Glück habe ich ja noch ein bisschen Zeit, bis ich mich entscheiden muss.

Judith: Kinder sollten sich ausprobieren und spüren, was ihnen Spaß macht. Dann werden sie auch erfolgreich sein, egal, womit. Sie sollen merken: Wo brennt mein Herz, wo habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht arbeite? So ist es bei mir. Ich vermisse nur meine Familie, wenn ich zu lange weg bin.

Was bedeutet Ihnen Familie?
Judith: Familie ist für mich bedingungslose Liebe. Ein Hafen, in dem man geborgen und aufgehoben ist, und vor allem ein Platz, wo man ein Fundament fürs Leben bildet.

Angelina: Für mich ist Familie Liebe, Spaß und Geborgenheit.

Judith: Und offenbar schlechtes Essen! (lacht)

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