"Ich war zwölf, als die Bombenangriffe passierten"

Ana Ivanovic, 33, wuchs im ehemaligen Jugoslawien auf, wo von 1998 bis 1999 der Kosovokrieg wütete. Die Bombenangriffe und das Sirenengeheul gehörten zu jener Zeit zur Tagesordnung. Keine einfachen Umstände für ein junges Mädchen, das eine professionelle Karriere als Tennisspielerin anstrebte. "Das war eine sehr interessante Zeit in meinem Leben. Ich glaube, ich war damals zwölf, als die Bombenangriffe passierten", erinnert sie sich im Gespräch mit Judith Williams, 49, für deren Podcast "Go Girl Go!". Sie habe damals schon Jugendturniere gespielt. "In der ersten Woche der Bombardierungen waren alle zuhause, niemand wusste, was uns erwartete. Später mussten wir dann einfach irgendwie damit leben."

Ana Ivanovic: “Es war definitiv beängstigend”

Der Berufswunsch stand für die heute 33-Jährige früh fest, und so ging es auch während des Krieges weiterhin auf den Platz. "Ich trainierte während der Bombardierungen und wir hatten diese Sirenen, die auf eine Gefahr durch die Bomben und Flugzeuge aufmerksam machten. Das ging von der Mittagszeit über den ganzen Nachmittag und die ganze Nacht und um 6 Uhr morgens hörte es auf", berichtet sie. Auch die Turniere wurden schon bald wieder aufgenommen, jedoch nur solange, bis ein Bombenalarm ertönte, dann sei das jeweilige Match beendet worden. Eine durchaus ungewöhnliche Zeit im Leben der Sportlerin, die 2016 ihre aktive Karriere beendete. "Gleichzeitig waren die Schulen geschlossen, die Leute wussten nicht, was da passierte, manche Menschen gingen in Bunker. Meine Eltern beschlossen zu versuchen, so normal wie möglich zu leben. Wir sind also nicht in Bunker gegangen, aber es war definitiv beängstigend."




So viel Liebe! Ana Ivanovic feiert ihren Bastian am Vatertag

Die Serbin erinnert sich an ihren größten Moment der Angst

Ein Moment scheint der zweifachen Mutter besonders im Gedächtnis geblieben zu sein. "Einmal hatte ich große Angst, denn unser Nachbar erzählte, dass unser Postamt bombardiert werden würde, das gegenüber von unserem Haus war", so Ana Ivanovic. Ihre Eltern hatten sie und ihren Bruder Milos daraufhin gegen 10 Uhr abends geweckt und zu den Großeltern gebracht. "Wir waren gerade angekommen und gingen ins Bett und wir fühlten, wie alles wackelte. Sie hatten das Gebäude angegriffen, an dem wir zehn Minuten zuvor vorbeigefahren waren. In diesem Moment hatte ich die größte Angst."

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Mit ihrer Familie habe sie sich jedoch immer sicher gefühlt. "Es war natürlich schwierig, aber wir lernten, damit zu leben", so ihr Fazit. 

Familienglück mit Bastian Schweinsteiger

Heute lebt Ana mit Ehemann und Fußballweltmeister Bastian Schweinsteiger, 36, und den zwei Kindern ein ruhigeres Leben, ein Leben, dass sie aufgrund ihrer Vergangenheit keineswegs für selbstverständlich nimmt. "Ich hatte eine schöne Kindheit, aber im ganzen Land hat man viel Traurigkeit und Armut gesehen. Meine Eltern mussten nach Ungarn fahren, nur um Essen zu bekommen. Ich weiß Dinge viel mehr zu schätzen, weil ich weiß, woher wir kamen."

Die beiden Profisportler sind seit September 2014 ein Paar, im Juli 2016 gaben sie sich in Venedig das Jawort. Ihre Söhne erblickten 2018 und 2019 das Licht der Welt.

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