Janin Ullmann: "Das kann schmerzvoll sein"

Im Dezember 2018 war bei Janin Ullmann Schluss. Die Beziehung zu Kostja Ullmann: beendet. Zwei Jahre später geht sie der Frage nach, ob es die ewige Liebe gibt. Grund genug, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Sie waren zwölf Jahre zusammen, aber nur zwei Jahre verheiratet: Janin und Kostja Ullmann. Im Dezember 2018 postete das Paar ein Kuss-Bild auf Instagram und gab in der Bildunterschrift die Trennung bekannt: “Wir kommen klar damit. Ich hoffe, ihr auch”, so die Moderatorin und der Schauspieler. Zwar spricht die 39-Jährige immer noch nicht gerne über die Gründe für das Liebes-Aus, aber anlässlich ihrer neuen ZDFneo-Sendung “Wie lange ist für immer?” (11.02., 20.15 Uhr) lässt sie sich dann doch ein wenig in die Karten blicken.

t-online: Frau Ullmann, Sie haben für die Sendung “Wie lange ist für immer?” mit Paaren, Forschern und Therapeuten über das Zusammensein und Paarbeziehungen gesprochen. Wie lautet Ihre wichtigste Erkenntnis zur Liebe?

Janin Ullmann: Die Liebe beschäftigt uns alle! Entweder sind wir glücklich, oder uns geht es schlecht wegen der Liebe – sie ist einfach sehr komplex. Ich bin in meinem Social Factual den Fragen nachgegangen, ob die Haltbarkeit einer Beziehung messbar ist, warum wir uns überhaupt verlieben und wie aus dem Verliebtsein dann tatsächlich eine glückliche Liebe werden kann.

Und eine der interessantesten Erkenntnisse lautet?

Sehr spannend finde ich, dass es das sogenannte Attraktivitätslevel gibt. Wir sagen ja gerne, dass wir nicht auf das Äußere beim anderen achten, weil das auch nicht unbedingt sympathisch klingt. Fakt ist, wir ordnen uns selbst in unserer Attraktivität ein und suchen uns jemanden, den wir als ähnlich attraktiv einstufen. Und interessant finde ich auch, wie viel beim Kennenlernen unterbewusst passiert. Wir wissen eigentlich schon in den ersten Sekunden, ob wir jemanden gut riechen können, und beim ersten Kuss machen wir eigentlich einen Geschmackstest. Es war sehr spannend mit den Forscherinnen und Expertinnen darüber zu sprechen.

Kostja und Janin Ullmann: Hier bei einem Event in Berlin im März 2019, damals war das Paar bereits getrennt. (Quelle: Future Image/imago images)

Sie haben in der Sendung auch ein Paar, das polyamor lebt. Beide Partner haben also verschiedene Liebesbeziehungen und sagen offen, dass sie auch die anderen Partner lieben. Wäre das etwas für Sie?

Nein, das wäre nicht meins.

Wieso nicht?

Ich finde es schon schwer genug, sich in eine Person zu verlieben (lacht). Aber im Ernst, wenn sich zwei Menschen gemeinsam dafür entscheiden, dann kann ich das nachvollziehen, auch wenn meine Vorstellung von einer Paarbeziehung eine andere ist.

Treue ist Ihnen also entsprechend wichtig?

Ja, unter anderem.

“Die Liebe ist sogar intensiver geworden. Ich würde immer wieder heiraten”, sagt eine Protagonistin in Ihrem Format, die schon Jahrzehnte glücklich verheiratet ist. Ihnen entspringt als Reaktion auf diese Aussage der Satz: “Oh, wie schön”. Wie emotional sind Sie, Frau Ullmann?

Ich bin sehr emotional. Manchmal auch impulsiv und durchaus romantisch. Deswegen finde ich eine solche Aussagen bemerkenswert, vor allem wenn man, wie dieses Paar, schon seit über 40 Jahren verheiratet ist.

Bei Ihnen und Kostja Ullmann waren es nur zwei Jahre Ehe. Worin bestand das Missverständnis? Haben Sie in Ihrer eigenen Sendung auch etwas über sich selbst lernen können?

In erster Linie möchte ich betonen: Es waren zwölf Jahre Beziehung. Und ja, durch die Recherchen und Gespräche habe ich selbst auch viel gelernt. Eine schöne Erkenntnis ist, dass der Mensch, mit dem man immer zusammen sein wird, man selbst ist. Deswegen ist es wichtig, dass man liebevoll mit sich umgeht und das Glück nicht im Außen sucht. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber es ist gut, vor der eigenen Tür aufzuräumen – auch wenn das schmerzvoll sein kann.

War das bei Ihnen auch schmerzvoll?

Definitiv, denn wenn man anfängt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, entdeckt man Dinge, von denen man gerne ablenken würde. Aber gerade wenn es um das Thema Selbstliebe geht, ist es wichtig, sich darin auch ernst zu nehmen. Auch ich musste das lernen.

“Die große Liebe, der eine perfekte Partner: totaler Bullshit”, heißt es von einem anderen Ihrer Protagonisten. Haben Sie mit dieser Vorstellung auch abgeschlossen, den Mann fürs Leben zu finden?

Nein, das wäre ja sehr schade. Ich glaube an das ‘Für immer’. Ich glaube aber auch daran, dass es mehrere ‘Für immer’ geben kann, weil man Erinnerungen an Menschen immer bei sich tragen wird. Das finde ich auch sehr schön.

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Angesichts der Corona-Pandemie ist es aktuell eher schwierig, einen neuen Partner zu finden. Welche Erfahrungen machen Sie da momentan?

Ich date einfach nicht! Ich bin ohnehin kein Dating-Typ. Für alle, die wie ich momentan Single sind, ist es nicht einfach. Umso besser ist es, wenn man sich mehr auf sich selbst konzentriert.

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