So offen hat sie noch nie über ihr Sexleben gesprochen

Sex sells – dachte sich scheinbar auch Natascha Ochsenknecht. Ab dem 2. Juli 2021 moderiert sie den "SEX/LIFE TALK". Eine Art Talkshow mit prominenten Gästen, begleitend zur Netflix-Serie "Sex/Life", die gerade in den USA, aber auch in Deutschland für Furore sorgt. Darin geht es um die zweifache Mutter Billie, die trotz Ehemann Fantasien über ihren heißen Ex entwickelt und sich nach ihrem alten Leben in der Großstadt zurücksehnt. Ob Natascha Ochsenknecht so auch schon einmal empfunden hat? GALA hat sie es erzählt.

Natascha Ochsenknecht stellt sich den Tabus

GALA: Natascha, was genau können wir vom SEX/LIFE TALK erwarten?

Natascha Ochsenknecht: Wir sprechen über Fragen wie: Reicht einem das Leben als Mutter oder hinterfragt man dieses auch mal? Kann man, wenn man Mutter ist, auch mal ohne schlechtes Gewissen am Wochenende feiern gehen? Aber auch über mögliche Probleme bei Geburten – über Dammrisse, Scheidenrisse und darüber, wie sich eine Frau nach so einem Erlebnis fühlt. Ob sie sich selbst noch als sexy empfindet und über den ersten Sex nach der Geburt.

Warum finden Sie es wichtig, solche Themen offen anzusprechen?

Es wird nach außen hin immer nur über die positiven Aspekte einer Schwangerschaft gesprochen. Viele Frauen flunkern dabei, weil sie sich schämen. Aber es ist wichtig zu sagen, dass eine Schwangerschaft nicht immer nur toll ist. Eine Schwangerschaft ist auch eine Last, sie kann sogar eine Depression auslösen. Man leidet und fühlt sich nicht gut. Man nimmt zu, hat vielleicht das Gefühl, der Mann schaut einen nicht mehr an. Wie geht man damit am besten um? Und ist das normal? Jede Frau erlebt eine Schwangerschaft anders. Wenn man sich nicht wohl fühlt, muss man darüber reden, entweder mit seinen Freundinnen oder vielleicht auch mit einem Profi.

Frauen wollen in der Regel immer perfekt sein, besonders dann, wenn sie Mütter sind. Es wird erwartet, dass sie gut kochen, alles sauber halten, den Laden am Laufen halten und dann auch noch toll aussehen und ihrem Mann sexuell zur Verfügung stehen. Es gibt immer noch eine Menge Männer, mit denen man darüber diskutieren muss, dass man als Mutter ebenfalls voll ausgelastet ist. Dieses Denken muss sich ändern.

“Man muss ehrlich zu seinem Partner sein”

Wie war das bei Ihnen und Ihren Schwangerschaften damals?

Bei meiner ersten Geburt ging alles super schnell. Es ist ja bekannt, dass Wilson Gonzalez seinen Namen daher hat, weil sein Kopf schon bei der ersten Presswehe draußen war. Der Nachteil davon war: Mir ist alles gerissen, von hier bis Polen. Ich musste bis in die Pobacke genäht werden. Natürlich war das nicht so lustig. Ich hatte lange Zeit extreme Schmerzen und konnte nicht sitzen. Als Jimi geboren wurde, wurde das nochmal komplett aufgeschnitten und dann richtig genäht.

Anschließend wieder Sex zu haben, war kein Vergnügen. Natürlich tut das weh. Man sollte sich darauf vorbereiten und sich keinen Stress machen, wenn es beim ersten Mal noch nicht so rund läuft oder man sogar abbrechen muss, weil die Schmerzen zu groß sind. Da muss man einfach auch zu seinem Partner ehrlich sein.

Hatten Sie selbst auch Probleme dabei, sich nach den Schwangerschaften sexy zu fühlen?

Nein, eigentlich nicht. Mir ist es aber auch grundsätzlich egal, was andere über mich denken. Gut, ich habe leicht reden. Bei Wilson habe ich nur neun Kilo zugenommen, bei Jimi 13 und bei Cheyenne um die 12 Kilo. Ich habe lange gestillt und dadurch hatte ich mein ursprüngliches Gewicht immer recht schnell wieder zurück.

Aber ich habe mich auch sexy gefühlt, als mehr an mir dran war. Es war toll, pralle Brüste zu haben. Bei meiner letzten Schwangerschaft ging mein Po in die Breite. Viele Männer fanden es toll, dass ich auf einmal so eine große Kiste habe. (lacht) Die meisten Frauen denken immer, man muss ganz zart und schmal sein, aber das ist nicht so. Es gibt mehr Männer, die auf Rundungen stehen, als man denkt.

“Ich hatte nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt”

So gerne Sie Mutter sind, haben Sie sich schon mal nach Ihrem Leben von früher ohne Verantwortung zurückgesehnt?

Bei mir ist es so: Wenn ich mich auf etwas einlasse, stehe ich da auch vollkommen hinter. Das heißt, ich habe Kinder bekommen und war einfach zu 100 Prozent Mutter, ohne mir groß Gedanken zu machen. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt, auch nicht in sexueller Sicht.

Welche Rolle spielt Sexualität aktuell in Ihrem Leben?

Momentan spielt Sexualität überhaupt keine Rolle in meinem Leben, weil ich Single und sozusagen auf Eis gelegt bin. (lacht) Mir kommt gerade kein Typ in die Bude. Ich bin happy, wie es ist. Ich kann das Thema in der Zeit, in der ich glücklich ohne Mann bin, ausblenden. Es brennt nicht in der Hütte … Momentan kann es gerne so bleiben. Aber wenn der Richtige kommt, kann er gerne wieder das Feuer in mir entfachen. (lacht)

Die ersten zwei Folgen von SEX/LIFE TALK werden auf dem deutschen YouTube Kanal von Netflix am 2. Juli veröffentlicht, zwei weitere Folgen am 9.7.

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