Starsopranistin Edita Gruberova (74) gestorben

Die Sopranistin Edita Gruberova verstarb im Alter von 74 Jahren in Zürich.

Die Sopranistin Edita Gruberovaist tot. Sie starb am Montag im Alter von 74 Jahren in Zürich, wie ihreFamilie über die Münchner Agentur Hilbert Artists Management mitteilenließ.

Sopranistin Edita Gruberova verstorben

Sie blickte auf eine ungewöhnliche lange Weltkarriere zurück, einlanger Ruhestand war dem Weltstar indes nicht vergönnt: Edita Gruberova,über Jahrzehnte Koloraturkönigin der Opernwelt, ist amMontagim Alter von 74 Jahren in Zürich verstorben, wie ihre Familie laut dpamitteilte. Ihr offiziell für Oktober 2020 geplantes letztes Konzert inFlorenz hatte die Sopranistin zuletzt absagen müssen.

Gruberova hatte zuvor über Jahrzehnte an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt gesungen und konnte sich unter anderem mit dem Ehrentitel der österreichischen Kammersängerin schmücken. Und dank eines steten Feilens an ihrer Gesangstechnik konnte die prima donna assoluta noch bis ins hohe Alter ihr Publikum begeistern, wobei nicht zuletzt Wien eine künstlerische Heimat wurde. Nach ihrem Debüt als Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“ 1970 stand sie rund 700 Mal in verschiedenen Rollen und Galas auf der Bühne der Staatsoper, zuletzt bei einer Gruberova Gala 2018.

Geboren wurde Gruberova allerdings in derheutigen slowakischen Hauptstadt Bratislava, konkret am 23. Dezember1946. Dort studierte sie auch am Konservatorium und später bei RuthildeBoesch in Wien. Unddie österreichische Bundeshauptstadt mit ihrer Staatsoper war esschließlich auch, wo Gruberova kurz nach ihrer Emigration aus derTschechoslowakei zum Weltstar aufstieg.

Der Aufstieg zum Star

In kürzester Zeit wurde sie zu einer der gefragtesten Interpretinnen der Rollen der Zerbinetta, Konstanze, Donna Anna, Rosina, Gilda, Violetta oder Lucia, die sie an Bühnen wie der Mailänder Scala, London Covent Garden, Metropolitan Opera New York, Grand Opera Paris und an den Opernhäusern Berlin, München, Genf, Zürich, Florenz, Madrid und Barcelona interpretierte.

Zugleichbegnügte sich Gruberova nicht mit dem gängigen Repertoire für ihreStimme. Ihre außerordentliche Färbung und technischen Fähigkeitenmotivierten Regisseure immer wieder, selten gespielte Opern mitbesonders schwierigen Gesangsrollen eigens für sie ins Programmaufzunehmen. Als „Königin der Koloratur“ erntete Gruberova Ovationen.

„Diva des Belcanto-Gesangs“

Ihre Fangemeinde fasziniert Gruberova als „Diva des Belcanto-Gesangs“, wie sie in Medienberichten gern tituliert wurde, überzeugte aber auch immer wieder mit individuellen Interpretationen. Sie möge zum Beispiel die Kompositionen des italienischen Komponisten Gaetano Donizetti besonders, weil dieser ausdrücklich gewünscht habe, dass die Sängerinnen und Sänger kreativ seien, anstatt sich streng an detaillierte Vorgaben zu halten, verriet sie einst in einem Interview. Folgerichtig war es auch eine Donizetti-Oper, der „Roberto Devereux“, mit der Gruberova 2019 an der Bayerischen Staatsoper als Königin Elisabetta ihre letzte szenische Rolle sang.

Unter den schönsten Erinnerungen ihrer Karriere nannte sie stets ihren Staatsopern-Erfolg 1976 als Zerbinetta in der Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ unter Karl Böhm als Dirigent. Auch die Rolle der Lucia in Donizettis „Lucia di Lammermoor“, die sie erstmals 1978 an der Wiener Staatsoper sang und die zu einem Markenzeichen wurde, gehörte zu ihren liebsten Rollen. Als Violetta in Verdis Oper „La traviata“ Ende der 1980er Jahre an der New Yorker Met unter Carlos Kleiber hatte sie nach eigenem Bekunden einen ihrer schönsten Auftritte.

Und auch nachdem sie die szenischen Aufführungen sukzessive reduziert hatte, war Gruberova noch lange als Konzertsängerin und in semikonzertanten Projekten zu erleben. „Damit kann ich am besten mein Publikum und mich selbst erfreuen und dabei meine eigene Herrin bleiben“, stellte sie erst vor wenigen Jahren klar. Nun muss sich das Publikum von der Wahl-Zürcherin, die doch ihren beiden Herzensstädten Wien und München stets tief verbunden blieben, von seinem Star endgültig verabschieden.

(APA/Red)

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