Neuer "Wolfsland"-Krimi: "Kein Entkommen" für Kommissare

Görlitz (dpa) – Die Nacht ist voller Alpträume, die Angst treibt sie durch die neblige Verrätergasse. Dann zieht Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) ihren Revolver.

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Der Schuss auf die schemenhafte Person lässt sie aus dem Schlaf aufschrecken, doch der Kommissarin im ARD-Krimi “Wolfsland” bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Zu einem Mordfall werden sie und ihr Kollege “Butsch” (Götz Schubert) in die stillgelegte Hefefabrik in Görlitz gerufen. Dort liegt die junge Alexandra tot im Kessel.

In dem Film “Kein Entkommen”, den das Erste am Donnerstag um 20.15 Uhr ausstrahlt, verweben die Autoren erneut die persönlichen Dämonen des Ermittler-Duos mit dem Fall.

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Am Tatort geraten die Eigenbrötler gleich aneinander. “Warum reißen sie die alte Bruchbude nicht mal ab. Hier kann man nicht atmen”, kläfft Delbrück genervt. Ihr Kollege kontert mit “Geh’ doch zurück nach Hamburg”. Die Stimmung ist gespannt, jedes Wort zu viel. Statt in Teamarbeit gehen die Kommissare jeder für sich auf Tätersuche.

Butsch, Typ “Kopf durch die Wand”, sieht eine Verbindung zu Sandra (Tijan Marei), Mitbewohnerin des Opfers. Erst im letzten Fall hatte er die Prostituierte aus den Fängen des Zuhälters Goran Tonka befreit. Nun vermutet er einen Rachefeldzug, bei dem es aus Versehen die Falsche getroffen hat.

Delbrück indes, ganz analytische Kopfarbeiterin, interpretiert die Spuren, rekonstruiert, was passiert ist, und versucht das Puzzle zusammenzusetzen. Von Anfang an wittert sie, dass Butschs Schützling mit in die Tat verwickelt sein könnte. Sie hatte mit dem Ex ihrer Mitbewohnerin eine Affäre, arbeitet bei dem Computerspezialisten im Laden. Doch die Ermittlungen führen die Kommissare auch zur Spieleentwicklerin Susanne Bleibtreu (Katrin Wichmann), die in einer verlassenen Villa mit großer Leidenschaft Escape-Games organisiert und gerade ihre Mutter verloren hat. Die Tote hat solche Abenteuer voller Adrenalin geliebt.

Dann wird ein abendlicher Ausflug zum Tatort in den Kessel für die Kommissare zum Verhängnis, als plötzlich der Deckel zugeklappt und zugeschraubt wird. Ihr Rufen bleibt ungehört, aber die Enge im dunklen Kessel öffnet den Eingesperrten den Blick, nicht nur auf die festgefahrenen Ermittlungen. Rache im Rotlicht-Milieu, Mord unter Escape-Gamern oder übersehen sie doch eine andere wichtige Spur?

Auch in dieser Folge geht es im ostsächsischen Görlitz quer durch Deutschlands größtes Flächendenkmal zwischen marodem Villen-Verfall und mittelalterlichem Wow-Straßenensemble. Eine Verfolgungsfahrt führt über uraltes Kopfsteinpflaster, die Alstadt-Bude mit Shabby Chic trifft auf reich verplüschte Bürgerhauswohnung.

Seit fünf Jahren kommt das “Wolfsland”-Team zum Drehen in die Stadt an der Neiße. Die Episode “Kein Entkommen” wurde von September bis November 2019 in der Regie von Grimme-Preisträger Till Franzen aufgenommen. Das Drehbuch stammt wieder aus der Feder von Sönke Lars Neuwöhner und Sven Poser.

Jan Dose als Spurensicherer Jakob Böhme und Stephan Grossmann als Revierleiter Dr. Grimm machen das Ermittler-Quartett komplett – und als Gast beeindruckt in einigen Szenen Schauspieler Herrmann Beyer (“Unterleuten – Das zerrissene Dorf”).

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