"Unsere Susi?" – "Bares für Rares"-Verkäufer probiert’s mit frecher Masche

"Verblüffend" fand der Verkäufer bei "Bares für Rares" die Ähnlichkeit seiner Jugendstil-Büste mit der Händlerin Susanne Steiger. Mit der Meinung war er zwar alleine, aber vielleicht entpuppte sich die freche Behauptung ja als gute Verkaufsstrategie? © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Ich komm' nicht drauf, wer es sein könnte", lieferte Moderator Horst Lichter (m) eine Steilvorlage für den Verkäufer Richard Ritter (r). "Ich kann es Ihnen sagen: die Heilige Susanna." Experte Albert Maier blickte skeptisch drein, doch der Verkäufer hatte sich wohl extra für die Show eine hübsche Erklärung zurechtgelegt.© ZDF
Die Heilige Susanna gab es, das habe er recherchiert, erklärte der Barkeeper aus Leipzig, ohne mit dem Mundwinkel zu zucken. Außerdem habe er ein Foto der Händlerin der Trödelshow gesehen, und kam zu dem Schluss: "Die Ähnlichkeit ist verblüffend." Da habe er seine Büste einfach zur Heiligen Susanna erklärt.© ZDF
"Unsere Susi?" Horst Lichter konnte dem nicht ganz zustimmen.© ZDF
"Ne." Experte Albert Maier konnte es mit seinem Fachwissen nicht vereinbaren, auf den Verkäufer-Gag einzusteigen. "Die Heilige Susanne hat mit Sicherheit nicht um 1900 gelebt." Aus der Zeit stamme aber die Büste. Die wiederum betrachtete der Kunstkenner wohlwollend als "zeitgemäßes Bild" einer hübschen, jungen Frau.© ZDF
Nach dieser Expertise machte sich der Verkäufer mit Händlerkarte zufrieden auf den Weg, um der Original-Susanne gegenüberzutreten. Maier tat sich erklärtermaßen schwer damit, sie in der Büste wiederzuerkennen. "Und mit der Heiligen Susanne erst recht." – "Die rennt doch nicht nackelig durch die Gegend", stimmte Lichter zu.© ZDF
"Ich habe gesagt", beharrte Verkäufer Ritter auch im Händlerraum auf seiner Story, "das ist die Heilige Susanna."© ZDF
Darauf wollte zumindest Walter Lehnertz (m) schon mal nicht einsteigen: "Willst du dich einschleimen?" Sehr wohl stieg er aber auf das recht dynamische Bietergefecht ein, das sich gleich unter allen Händlern um die falsche Susanne entwickelte. Unter allen Händlern außer: Susanne Steiger.© ZDF
Thorsden Schlößner erhielt schließlich den Zuschlag und blätterte 600 Euro für die Jugendstil-Büste hin. Ein satter Gewinn für den Verkäufer: Der hatte damals zehn Mark der DDR dafür bezahlt, wie er sagte.© ZDF
Susanne Steiger musste sich das angebliche Ebenbild dann noch einmal genauer ansehen. "Sieht dir wirklich nicht ähnlich", bestätigten die Kollegen. Für den Verkäufer hat sich die Geschichte ausgezahlt. Ein bisschen Fantasie schadet nie.© ZDF
Für den verchromten Stern eines Mercedes-Benz Pagode aus der Zeit um 1965 saß in der Show wahrscheinlich nicht die richtige Zielgruppe ("Wat soll ich damit machen?"). Anstatt 550 bis 600 Euro bekamen die Verkäufer 330 Euro von Julian Schmitz-Avila.© ZDF
Die Portaluhr aus Wien, um 1820, wurde ebenfalls unter Wert (400 bis 500 Euro) verkauft – für 200 Euro an Waldi.© ZDF
Den Ring aus Birmingham, um 1900, aus Gold, Saphiren und Diamanten kaufte Susanne Steiger für 250 Euro. Das waren 50 Euro weniger als der Schätzpreis.© ZDF
Für 100 Euro kaufte Waldi seine erste kleine Spielekonsole – ein Set aus Japan mit Originalverpackung von 1983 (Schätzpreis 200 bis 240 Euro). © ZDF
Am Ende ersteigerte Thorsden Schlößner eine Reitgerte, die wohl vom russischen Hochadel stammt. 2.000 Euro war ihm das Objekt aus St. Petersburg von 1886 wert.© ZDF
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